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Stylekicker trifft Blumentopf

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Entertainment

Zum fünften Mal haben Blumentopf die deutsche Nationalmannschaft musikalisch durch ein Turnier begleitet – zum ersten Mal bis zum Titelgewinn. Grund genug für STYLEKICKER.DE, mit Schu über Regen in Recife, DVBT-Empfänger und das Ende der RAPortagen zu sprechen.

Auch Wochen nach dem WM-Sieg bleibt mir die Line „Immer wenn es regnet, denk’ ich an Recife“ aus der RAPortage zum Algerien-Spiel im Kopf. Wie behältst du diese Weltmeisterschaft in Erinnerung?

Wir haben die Spiele zum ersten Mal ziemlich entspannt mit Freunden geschaut und alles direkt via DVBT aufgezeichnet. Da mussten wir uns während des Spiels nicht so auf die einzelnen Szenen für den Song konzentrieren. Trotzdem haben wir natürlich auch beim Schauen an die Tracks gedacht – das Halbfinale zum Beispiel musste ich mir nachts noch einmal anschauen. Da haben wir beim Schauen kaum realisiert, was gerade passiert, weil wir nur geschrien und gefeiert haben. Auffällig war aber auch, dass es bei der fünften RAPortage – nach zwei Welt- und zwei Europameisterschaften – viel schwieriger war, weil sich bestimmte Reime immer wiederholen und sich das Vokabular erschöpft. Und die Leute merken das auch: Dass wir “in der achten Minute” auf “macht er die Bude” schon mal gereimt hatten, darauf hat uns ein Fan aufmerksam gemacht.

In Südafrika wart ihr kurz vor dem Turnier noch selbst vor Ort, seid ihr dieses Mal auch nach Brasilien gereist?

In Südafrika waren wir vor allem auch deshalb, weil wir Rohmaterial für die Videos gedreht haben. Das haben wir dieses Mal im Dantestadion in München gemacht. Kurz vor dem Dreh hat sich dann allerdings herausgestellt, dass der Location-Scout sich ein Football-Stadion, keinen Fußballplatz herausgesucht hat… Und während wir in Südafrika tatsächlich den Leuten vor Ort die Begeisterung angemerkt haben, war das beim Turnier in Brasilien mit den Zuständen vor Ort auch etwas schwieriger. Den Begriff “Fußballfest” haben wir aus genau diesem Grund auch nie verwendet.

Auf Facebook schreibt ihr: „Es ist gar nicht so leicht, nach so einem Spiel einigermaßen nüchtern zu bleiben und anstatt irgendwo durchzudrehen ins Studio zu gehen”. Und wie hat man sich den Ablauf vor, während und nach dem Spiel vorzustellen?

Wir sitzen da nicht mit Stift, einem Blatt Papier und einem Wasserglas und schreiben wie die Wilden mit, was auf dem Platz passiert. Heute gibt’s ja ohnehin Live-Ticker im Netz, die jeden Torschuss, jede Ecke dokumentieren. Wir machen uns eher Notizen zu Skurrilem abseits des Platzes – wenn ein Fan besonders hässlich ist, zum Beispiel, oder wenn Jogi Löw während dem Spiel auf die Toilette rennt. Danach haben wir dann die Köpfe zusammengesteckt und den Text fertig gemacht, immer in Absprache mit unserem Bildregisseur Daniel Kuhn. Gerade beim Finale hat das schon wehgetan, als die Freunde rausgegangen sind zum Feiern. Da wärst du natürlich gerne mit.

Besonders nice finde ich es ja, wenn ihr Zitate oder O-Töne aus Interviews oder Pressekonferenzen einbaut. Gibt’s denn da die üblichen Verdächtigen, die besonders gutes Material liefern?

Sich alle Pressekonferenzen reinzuziehen, gehört tatsächlich zu unseren Aufgaben. Da hörst du allerdings nur von der PR-Abteilung glattgebügelte Sätze – da ist’s egal, ob jetzt Lahm oder Boateng da sitzt. Cool ist dagegen Jogi Löw – einfach auch deshalb, weil er der Bundestrainer ist. Und natürlich Thomas Müller. Nach dem Finale ist beim Jubeln leider die DVBT-Antenne umgefallen – die Grüße von Bastian Schweinsteiger an den Gärtnerplatz, wo zwei von uns wohnen, und den Gruß von Christoph Kramer an seine Oma haben wir deshalb leider nicht mehr als Videodatei gehabt und konnten das nicht verwenden.

Wie steht es um die aktiven fußballerischen Ambitionen beim Blumentopf?

Ich habe die klassischen Höhen und Tiefen des Amateurfußballs durchlebt, bis hin zum Stadtmeister in Bad Aiblingen. Nach meinem zweiten Kreuzbandriss geht da mittlerweile leider gar nichts mehr. Das ist schon ein echter Schock, wenn dir die Ärzte sagen, dass du vom einen auf den anderen Tag nicht mehr selbst zocken kannst. Aber ich schaue mir so ziemlich jedes Bayern-Spiel an, wenn ich Zeit habe. Obwohl wir alle ursprünglich nicht direkt aus München kommen, sind Roger und ich Bayern-Fans, Holunder supportet die 60er. Cajus und Sepalot würde ich jetzt nicht als klassische Bundesliga-Anhänger einordnen, aber so schlimme Event-Fans sind sie auch nicht.

Was steht bis zur EM 2016 in Frankreich auf euren Tagesplänen? Oder sind die RAPortagen mit dem Titel zu Ende?

Wir arbeiten alle an eigenen Projekten, von Roger und mir kommt was zusammen, und wir spielen die Festivalsaison zu Ende. Ansonsten gibt’s im Herbst eine Bandpause. Was die RAPortagen angeht – du bist der erste, dem ich das jetzt sage, aber: Es wird, wie gesagt, immer schwieriger, das Vokabular erschöpft sich. Die goldene war vermutlich die letzte Ausgabe.